Die Goldpreisentwicklung



Die Goldpreisentwicklung treibt den Besitzern von Gold im Jahr 2013 den Schweiß auf die Stirn, denn im April 2013 stürzte Gold crashartig ab und verlor in wenigen Tagen 10 Prozent seines Wertes. Wer Gold besitzt, fragt sich nun, ob er es verkaufen soll. Die Antwort fällt relativ klar aus: Es lohnt sich in jedem Fall, Altgold jetzt zu verkaufen. Wenn die Goldpreisentwicklung nur über die letzten Jahrzehnte (seit etwa 1970) betrachtet wird, was ein historischer Wimpernschlag wäre, ist preislich im Prinzip alles drin - auch ein Rückgang auf das Niveau der frühen 2000er Jahre. Damals stand Gold bei 300 bis 500 Dollar pro Feinunze (Juni 2013: knapp 1.500 $/oz). Der Preis könnte sich schlimmstenfalls dritteln.

Ultralangfristige Goldpreisentwicklung in Euro


Der Goldpreis erreichte im November 2011 mit über 1.900 $/oz (Dollar pro Feinunze) ein Jahrtausendhoch. Das dürfen Sie wörtlich nehmen, denn es gibt historische Interpolationen, die den Goldpreis zu anderen Gütern ins Verhältnis setzen und daher den Wert von Gold unter anderem in Relation zu Grund und Boden bestimmen können. Aus alten Grundbüchern geht beispielsweise hervor, wie viele Goldtaler im 15. Jahrhundert für eine Landfläche in einer Urbanisation gezahlt wurden, die wir heute als "Bauland" ausweisen. Man weiß daher, was Gold damals wert war, und stellte aufgrund solcher historischen Warenkörbe fest, dass etwa in den Jahren 1470 bis 1490 Gold ähnlich wertvoll gewesen sein muss wie 2011. Dann entdeckte Christoph Kolumbus Südamerika, kurze Zeit später überschwemmte das Gold der Azteken und Inkas den europäischen Kontinent und schickte den Goldpreis in den Keller.

Goldpreisentwicklung der letzten Jahre
Die Entwicklung des Goldpreises in den letzten Jahren
Das ist verständlich, bis dato war schließlich der europäischen Wirtschaft nicht einmal die Existenz des amerikanischen Kontinents bekannt gewesen. Der Effekt fiel ähnlich aus, als würde heute eine Mondexpedition Gold auf unserem Trabanten entdecken und kurz darauf dessen Exploration beginnen. Die weltweiten Goldpreise würden sofort sinken. Das Bemerkenswerte an dieser Betrachtung ist allerdings, dass Gold dennoch im frühen 21. Jahrhundert die Preise vor der Entdeckung Amerikas wieder erreichte. Gold repräsentiert auch eine Wirtschaftsgeschichte von mehreren Jahrtausenden, Anleger müssen hier stets langfristig (am besten in Generationen) denken.

Der Goldpreis seit den 1970er Jahren


In den frühen 1970er Jahren gaben die USA, bedingt durch ihr Handelsbilanzdefizit, die Goldpreisbindung des Dollars auf, das Bretton-Woods-System ging unter. Andere Währungen (britisches Pfund, Schweizer Franken) folgten alsbald, Gold stieg daraufhin bis um das Jahr 1980 exorbitant an - von rund 200 bis 300 Dollar auf rund 800 Dollar, es verdreifachte in etwa seinen Wert. Die genauen Charts sind zu überprüfen, doch der interessierte Goldbesitzer möchte vielleicht an dieser Stelle einmal eine ungefähre Betrachtung. Diese ist gut zu merken: Gold verdreifachte in weniger als zehn Jahren seinen Wert und fiel dann innerhalb von rund zwei bis drei Jahren wieder auf seinen Ausgangswert. Dasselbe könnte (muss nicht!) ab dem Jahr 2013 passieren: Gold ist durch eine bestimmte Wirtschaftsentwicklung (den kurz aufeinanderfolgenden Crashs an den Aktienmärkten) seit 2001 um das Sechsfache (!) im Preis gestiegen, es könnte nun in zwei bis fünf Jahren wieder zurückfallen. Das muss nicht sein, es ist nur eine Option. Die ganz alten Hasen unter uns, nämlich Warren Buffet und Georges Soros, hatten schon Anfang bis Mitte 2011 sukzessive begonnen, sich von ihren Goldbesitzen zu trennen.

Was ist ein fairer Wert im Gold?


Diese Frage ist sehr hypothetisch. Gold wird immer ein sicherer Hafen für Anleger bleiben, solange niemand mit der Exploration auf dem Mond beginnt. Es ist nicht nur seine Rarität, den rar sind andere Metalle auch, es ist seine Schönheit und der vielseitige Einsatz als Wertanlage, Zahlungsmittel und Schmuck seit Jahrtausenden. Mythen ranken sich um Gold, Kriege wurden und werden um Gold geführt. Ähnlich wertvoll sind Diamanten, die es inzwischen synthetisch gibt und die dennoch ihre Faszination noch längst nicht einbüßen. Daher können Sie - Goldvorkommen auf dem Mond (oder Mars) außen vor gelassen - Gold in Ruhe kaufen und vererben, allerdings könnte es aktuell überbewertet sein. Es kennt sehr lange Phasen relativ stabiler Preise und könnte sich wieder zwischen 400 bis 800 $/oz einrichten. Eine reine Hypothese, nichts weiter. Altgold sollte man jetzt vielleicht verkaufen, Goldkäufern sei eher zu Münzen mit ihrem numismatischen Wert geraten.