Goldmünzen als Geldanlage



Goldmünzen gehören zweifellos zu den beliebtesten Varianten, um physisches Edelmetall anzuschaffen. Sie notieren in ihrem Wert oft nahe am Spotpreis für Gold und werden mehrwertsteuerfrei gehandelt, wenn es sich um Anlagemünzen handelt. Die Unterscheidung zwischen Anlage- und Sammlermünzen bezieht sich auf den Wert einer Münze im Verhältnis zum enthaltenen Goldwert. Wird dieser Wert um 80 Prozent oder mehr überschritten, was auch bei modernen Münzen der Fall sein kann, handelt es sich nach gesetzlicher Definition um eine Sammlermünze, auf welche die Mehrwertsteuer zu entrichten ist (EG-Richtlinie 98/80/EG von 1998 Art. 26b / A / ii, EU-Amtsblatt 2005 Nr. C 300, S. 10). Mehrwertsteuerbefreite Anlagemünzen müssen:


  • nach 1800 geprägt worden sein,

  • mindestens 90 Prozent Gold enthalten,

  • als gesetzliches Zahlungsmittel in ihrem Herkunftsland zugelassen sein und

  • im Wert den aktuellen Offenmarktpreis für Gold nicht um 81 Prozent oder mehr übersteigen.

Wenn eines dieser Kriterien nicht erfüllt ist, handelt es sich um eine Sammlermünze. Dabei kann es durchaus eine moderne Münze sein, die den Goldwert um mehr als 80 Prozent übersteigt, was beispielsweise bei einigen Ausgaben des Goldeuro wenigstens zeitweise der Fall war. Auf Sammlermünzen in Gold entfällt die Mehrwertsteuer von 7 Prozent.

Geldanlage mit Goldmünzen


Goldmünzen sind historisch sehr alt, die ersten ließ König Krösus von Lydien (590 - 541 v. Chr.) prägen. Wann die ersten "modernen" Anlagemünzen auf den Markt kamen, ist leicht umstritten. Allgemein gilt der seit 1967 geprägte Krügerrand als die erste Anlagemünze des 20. Jahrhunderts, doch auch der seit 1905 geprägte mexikanische Centenario mit einem Feingehalt von 900/1000 erfüllt streng genommen die Kriterien einer modernen Anlagemünze, er ist nur längst nicht so beliebt wie andere Münzen.

Goldmünzen und Sammlermünzen als Geldanlage
Goldmünze oder Sammlermünze
Bei Goldmünzen ist immer zu beachten, dass die Sammelleidenschaft der Käufer auch bei Anlagemünzen eine große Rolle spielt und jede Anlagemünze schnell einen exorbitanten Wert weit über dem enthaltenen Gold erreichen kann. Hier spielen numismatische Hintergründe eine Rolle, der quantitative Umfang der Prägung, Sonderjahrgänge und die Beliebtheit auf dem Münzmarkt ganz allgemein. Wer sich neu auf dieses Feld bewegt, kann auf Nummer sicher gehen und zunächst Anlagemünzen kaufen, die sehr nah am Spotpreis für Gold gehandelt werden und dennoch sehr beliebt sind, beispielsweise den Wiener Philharmoniker. Dieser wurde und wird in sehr großer Zahl geprägt, was seinen Wert nicht weit über den Goldpreis steigen lässt, er ist aber in jedem Fall einen Kauf wert. Münzen gibt es in unterschiedlichsten Größen ab 1/20 oz, die Größe 1 oz (eine Unze) ist eine beliebte Variante (31,1034768 g). Diese 1-oz-Münzen kosten je nach Ausgabe im Sommer 2013 um 1.070 (Wiener Philharmoniker) über 1.280 (Lunar Serie II) bis 1.965 Euro (Goldeuro), womit der Goldeuro eigentlich schon wieder in das Feld der Sammlermünzen fallen müsste, aber im Juni 2013 immer noch mehrwertsteuerfrei angeboten wird. Es gibt weitaus größere Goldmünzen von einem, fünf, zehn und 20 kg, die größte aktuell existierende Goldmünze ist ein durch die australische Perth Mint im Jahr 2011 geprägter Känguru im Nennwert von einer Million australischen Dollar mit einem Goldgewicht von einer Tonne, 80 Zentimetern Durchmesser und 12 Zentimetern Dicke. Sein aktueller Wert beträgt rund 59,3 Millionen Euro. Die Goldmünzen richten sich in ihrem Wert nach dem Jahrgang, dem Feingehalt und der Beliebtheit, vielfach sind jüngere Jahrgänge günstiger bis auf den Krügerrand, dessen ältere Münzen aufgrund von Abnutzungserscheinungen preiswerter gehandelt werden. Zu den beliebtesten Goldmünzen zählen neben dem Krügerrand der Goldeuro, der Wiener Philharmoniker, der Gold Eagle, der Känguru und die Lunar Serien I und II.

Goldmünzen aufbewahren


Die sichere Aufbewahrung von Goldmünzen schützt diese vor Diebstahl und Beschädigungen, sie sollte in der Originalverpackung des Anbieters und am besten (bei größeren Mengen) in einem Bankschließfach erfolgen. Wer die Münzen bei sich daheim lagern möchte, muss sich einen Tresor anschaffen, ansonsten zahlt die Versicherung nichts bei Diebstahl. Dieser Tresor wird ins Mauerwerk eingelassen und mit einem Zugangscode verschlossen. Auch der physische Schutz der Münzen ist wichtig, hierfür gibt es neben den Originalschachteln auch Münz-Schutzhüllen, die natürlich optisch kein Highlight darstellen, jedoch den Wert der Münzen erhalten. Daneben gibt es Tubes, in denen bis zu 25 der wertvollen Münzen zu stapeln sind, Münzkassetten, -koffer und Münzboxen.